{"id":107,"date":"2019-03-11T11:39:03","date_gmt":"2019-03-11T11:39:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.outbackcyclers.de\/?p=107"},"modified":"2019-03-11T11:39:03","modified_gmt":"2019-03-11T11:39:03","slug":"107","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.outbackcyclers.de\/index.php\/2019\/03\/11\/107\/","title":{"rendered":""},"content":{"rendered":"\n<p> Nach dem obligatorischen Fr\u00fchst\u00fccks-Kaffe packten wir unseren Kram und fuhren weiter. Wir h\u00e4tten sp\u00fclen k\u00f6nnen, oder unser Wasser wegkippen k\u00f6nnen, denn die n\u00e4chtste Wasserstelle lag nun in greifbarer N\u00e4he: 10 km. Wir fuhren durch eine wundersch\u00f6ne und \u00fcberraschend vielf\u00e4ltige Landschaft und rasteten an der Ranges-View-Rest-Area, wo es auch mal wieder ein rostiges Auto-Wrack zu bestaunen gab. An Pflanzen findet man hier vor allem die grau-blauen Salzb\u00fcsche (Chenopods, dazu sp\u00e4ter mehr) und Western Myall-B\u00e4ume (<em>Acacia papyrcarpa<\/em>). <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"683\" src=\"https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02835-1024x683.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-110\" srcset=\"https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02835-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02835-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02835-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02835-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02835.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02526-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-108\" srcset=\"https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02526-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02526-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02526-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02526-1200x675.jpg 1200w, https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02526.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>[<em>Western Myalls haben wie Akazien, mit denen sie verwandt sind, keine Bl\u00e4tter. Die Blattstiele \u00fcbernehmen hier die Assimilationsfunktion der Bl\u00e4tter und die \u201eBl\u00e4tter\u201c sind in Wahrheit gar keine Bl\u00e4tter, sondern Blatt-Stiel-Bl\u00e4tter (\u201ePhyllodiums\u201c). Wie bei den auch in Deutschland heimischen Wegerichen. Die Phyllodien senken die Transpiration der Western Myalls. Au\u00dferdem k\u00f6nnen die B\u00e4ume mit ihren Wurzeln sehr tief gelegenes Wasser anzapfen und sie wachsen seeehr langsam. Western Myalls wachsen n\u00e4mlich nur, wenn genug Wasser vorhanden ist. Also im Winter. Und so kann es vorkommen, dass nicht wenige der bis zu sieben Meter hohen B\u00e4ume so um die 1000 Jahre alt sein k\u00f6nnen.<\/em>] Hin und wieder gibt es auch sch\u00f6ne Blumen in der W\u00fcste. [<em>Carpobrotos, die \u201ePigface-Blume\u201c, \u00fcberlebt hier wegen ihrer Sukkulenz.<\/em>] <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02530-1024x576.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-109\" srcset=\"https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02530-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02530-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02530-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02530-1200x675.jpg 1200w, https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02530.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Doch wie \u00fcberleben wir? Ohne Wasser? So viel wie man schwitzt kann man unm\u00f6glich trinken. Und unser Wasservorrat ist fast leer. Zwei Wassertanks, die wir angsteuert haben: Leer. Gl\u00fccklicherweise trifft man hier haufenweise Australier, die mit Caravans unterwegs sind, hilfsbereit sind, und in der Regel Wasser f\u00fcr dumme, deutsche Touristen dabei haben.  <\/p>\n\n\n\n<p>Der\nHitze entfliehend und Schatten suchend bin ich mal wieder vorgefahren\num Marcus, der mit seinem Rad zu k\u00e4mpfen hat \u2013 aber auch mit der\nHitze irgendwie besser klar kommt \u2013 am Rastplatz zu treffen.\nDurstig laufe ich umher und frage den erst besten Australier nach\nWasser. Hier haben wir gleich ein perfektes Beispiel f\u00fcr die\naustralische Grund-Freundlichkeit: Jeffrey dr\u00fcckt mir direkt eine\nFlasche eiskaltes Wasser in die Hand. W\u00e4hrend er einen Camping-Stuhl\nim Schatten seines Caravans aufbaut, auf den ich mich setzen soll,\nfragt mich seine Frau, ob ich gerne einen Tee trinken m\u00f6chte. Na\nklar! Aber erstmal gibt es (neben dem Wasser, das ich schon halb\nausgetrunken habe) ein gr\u00fcnes, ebenfalls kaltes, isotonisches\nGetr\u00e4nk. Anschlie\u00dfend Tee. Mit einem St\u00fcck selbstgebackenem\nK\u00fcrbiskuchen. Sooo lecker!:) Komplett gl\u00fccklich und hydriert, mache\nich mir allerdings Sorgen um Marcus, der auf der Suche nach\nWasserh\u00e4hnen an der Pipline ist. Erfolglos. Wir verst\u00e4ndigen uns\nper Telegram, was hier echt gut funktioniert, aber so lange kann das\ndoch nicht dauern. Jeffrey m\u00f6chte gerade losfahren um Marcus zu\nsuchen, als er den Rastplatz erreicht. Die beiden Australier lassen\nuns nicht gehen, ehe sie unsere gesammten Wasservorr\u00e4te aufgef\u00fcllt\nhaben.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf\ngeht\u2018s, ohne Wasser-Sorgen, aber mit Mittagshitze. W\u00e4hrend ich\nnoch schnell Fotos mache f\u00e4hrt Marcus schon mal vor. Theoretisch\nh\u00e4tte ich ihn schnell einholen k\u00f6nnen. Aber diese unfassbare Hitze,\ndieser hei\u00dfe Wind, die s****\u00df Sonne auf dem Sch\u00e4del. Ich sehe bald\nalles verschwommen, bin am zittern, mir ist kalt. Und hei\u00df. Und doch\nhabe ich G\u00e4nsehaut. Ich kann nicht mehr. 20 km sind nichts, doch 20\nkm in der australischen Mittagssonne sind die H\u00f6lle. Zumindest f\u00fcr\nmich. Als ich Marcus, der auf mich wartet, endlich erreiche, bin ich\nkomplett am A****. Wir schieben die Fahrr\u00e4der die Stra\u00dfe runter,\nirgendwie in ein Geb\u00fcsch, und ich verkrieche mich in einer R\u00f6hre\nunter der Stra\u00dfe. Schnell die Isomatte ausgebreitet, Klaustrophobie\nund Archnophobie vergessen und den Schatten genie\u00dfen. Zu lesen gibt\nes aufgeweichte, vergilbte und verklebte Porn-Hefte von irgendeinem\nTrucker. Was f\u00fcr ein Schwachsinn! \ud83d\ude00 \n<\/p>\n\n\n\n<p>Als\nes mir besser geht, besuche ich Marcus unter seinem halb-schattigen\nBaum und wir kochen Pilzsuppe. Sch\u00f6n, dass wir beide T\u00fcten-Suppen\nhassen. Und sch\u00f6n, dass ich \u00fcberhaupt nicht kochen kann und die\nSuppe viel zu d\u00fcnn-fl\u00fcssig ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach\nder Mittagshitze fahren wir weiter. Leider gibt es in der Gegend, in\nder wir uns gerade befinden, nicht so viele B\u00e4ume. Und wir lieben\nB\u00e4ume, also ein Schlafplatz ohne B\u00e4ume ist keine Option. B\u00e4ume\nbieten schlie\u00dflich nicht nur Schutz vor Sonne, sondern auch Schutz\nvor Blicken. Die Sonne geht unter. Ein netter Australier h\u00e4lt und\nfragt uns, ob wir Wasser und Klopapier brauchen und empfiehlt uns\neinen Schlafplatz an einer Querstra\u00dfe im Geb\u00fcsch, wo er auch schon\nmal geschlafen hat. Mit mehr als genug Wasser fahren wir genau da\nhinn, kochen, werden m\u00fcde. Marcus legt sich schlafen und ich bleibe\nnoch drau\u00dfen \u2013 weil ich noch nicht m\u00fcde bin und die Natur\ngenie\u00dfen m\u00f6chte. Bis da auf einmal eine Bierdeckel-gro\u00dfe Spinne an\nunserm Zelt vorbei l\u00e4uft. Mein panischer Schrei weckt Marcus, und\nich krieche durch den Hintereingang ins Zelt. Hier sind wir sicher.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"679\" src=\"https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02859-1024x679.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-111\" srcset=\"https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02859-1024x679.jpg 1024w, https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02859-300x199.jpg 300w, https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02859-768x510.jpg 768w, https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02859-1200x796.jpg 1200w, https:\/\/www.outbackcyclers.de\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/0B_DSC02859.jpg 1248w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 1362px) 62vw, 840px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem obligatorischen Fr\u00fchst\u00fccks-Kaffe packten wir unseren Kram und fuhren weiter. 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